+++ 01:42 Finnischer Botschafter fordert führende Rolle Deutschlands bei Nato-Veränderung +++
Der finnische Botschafter in Deutschland, Kai Sauer, mahnt eine führende Rolle der Deutschen bei der Neugestaltung der Nato an. Angesichts des nachlassenden Interesses der Amerikaner an dem Bündnis sei es wichtig, "dass die Nato strukturiert und stabil europäisiert wird", sagt Sauer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deutschland spiele dabei eine wichtige Rolle. Zugleich betont er Finnlands "neue Realität", wonach die Ostgrenze des Landes seit dem Nato-Betritt Helsinkis ebenfalls Nato-Grenze sei. Mit Blick auf den EU-Arktis-Gipfel am Montag im finnischen Rovaniemi sagt Sauer: "Schweden, Norwegen und Finnland sind traditionell Länder, die eher Stabilität erzeugen, als sie zu schmälern. Auch in der Arktis treten wir so auf - nicht aggressiv, aber ohne Kompromisse bei unserer Abschreckung zu machen."
Ukrainische Streitkräfte haben am späten Abend die Energieinfrastruktur in der besetzten Stadt Mariupol attackiert. Das berichtet der "Kyiv Independent" mit Verweis auf russische Nachrichtenkanäle. Nach den Angriffen sei ein Teil der Stadt ohne Strom gewesen, ein Gebäude im besetzten Mariupol sei getroffen worden, vorher sei die russische Luftabwehr aktiv geworden, heißt es mit Verweis auf den Telegram-Kanal Exilenova Plus.
Mehr als 600 Menschen sind über Nacht von den polnischen Grenzübergängen "Dorohusk" und "Hrebenne" an der Grenze zur Ukraine wegen der Bedrohung durch russische Drohnen evakuiert worden. Laut Ukrinform wurde dies während einer Dringlichkeitssitzung im Sicherheitszentrum der polnischen Regierung berichtet. Daran nahmen Premierminister Donald Tusk und Vertreter der polnischen Grenzpolizei teil. Demnach wurde die Fahrzeugabfertigung auf ukrainischer Seite ab Samstag, 14:00 Uhr aufgrund der drohenden russischen Drohnenangriffe ausgesetzt. Auch Polen hat als Reaktion auf die Lage in der Ukraine die Abfertigung an seinen Grenzübergängen eingestellt.
Kanada ist derzeit offenbar in Verhandlungen über die Unterstützung eines Darlehens der Europäischen Union in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Beide Seiten hofften demnach, sich noch vor einem EU-Gipfel in Montreal Ende Oktober auf den Beitrag Kanadas zu einigen. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, Kanada strebe angesichts der verschlechterten Beziehungen zu den USA eine engere Anbindung an die EU an. Ministerpräsident Mark Carney prüfe dazu die Möglichkeit einer "assoziierten Mitgliedschaft".
Die polnische Regierung wirft Moskau nach dem heutigen Angriff auf einen Personenzug in der ukrainischen Grenzregion eine Verschärfung des Konflikts vor. "Die Eskalation von russischer Seite ist nun Realität geworden - und die Beispiele dafür rücken immer näher an unsere Grenze heran", sagt Polens Regierungschef Donald Tusk bei einer Sitzung des Krisenstabs.
Die ukrainische Eisenbahngesellschaft teilt am Abend mit, dass kurz vor dem heutigen Bahn-Angriff ein Zug mit Diplomaten in Jahodyn gehalten habe - was mutmaßlich das Ziel Russlands gewesen sein könnte (siehe Eintrag von 13:02 Uhr). "Es ist durchaus denkbar", urteilt die Bahngesellschaft. An Bord des Zuges waren demnach unter anderem Sicherheitsberater mehrerer EU-Mitglieder sowie ehemalige europäische Spitzenpolitiker wie der britische Ex-Premierminister Boris Johnson. Die Diplomaten hatten zuvor an einer Konferenz in Kiew teilgenommen. Johnson spricht von einem "willkürlichen und sinnlosen Angriff". In einem anderen Zug, der zum Angriffszeitpunkt am Bahnhof stand, habe sich der frühere CIA-Chef David Petraeus aufgehalten.
Straßenhunde streunen durch die Gassen, Minen liegen frei herum. Der Krieg hat die ostukrainische Stadt Druschkiwka, nur 15 Kilometer entfernt von der Front, in eine Geisterstadt verwandelt. Der ntv-Auslandsreport zeigt Einwohner und Alltag eines Ortes, an dem die Bewohner kaum mehr Hoffnung haben.

