+++ 23:22 Nato-Kommandeur: Russlands Sabotage "immer dreister", doch sie funktioniert nicht +++
Nach den Worten des Oberbefehlshabers der Nato-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich, hat die "russische Sabotagekampagne" in Europa für den Kreml keinen Erfolg. Die "staatlich gesteuerte Sabotage" werde zwar "immer dreister", sagt Grynkewich vor EU-Abgeordneten. Dennoch halte das die europäischen Länder nicht davon ab, die Ukraine weiter zu unterstützen. Konkret verweist Grynkewich auf den Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne auf dem Flughafen in Leipzig und den Abschuss von Leuchtraketen durch ein russisches Kriegsschiff auf einen dänischen Hubschrauber. Dies seien klare Versuche, "unsere geschlossene Unterstützung der Ukraine zu untergraben", sagt der General. Dänemark habe wenig später dennoch neue Ukraine-Hilfen auf den Weg gebracht. Eine solche Reaktion empfehle er auch anderen Regierungen.
Die polnische Regierung lockert die Regeln für den Abschuss fremder Fluggeräte wie etwa Drohnen im polnischen Luftraum. Von nun an sei es Kampfpiloten erlaubt, "auf Grundlage von Radardaten oder anderen Informationen, die in das System eingespeist werden, die Entscheidung zu treffen, ein fremdes Fluggerät abzuschießen", sagt Verteidigungsminister Tomczyk. Bislang sei dafür eine visuelle Identifizierung erforderlich gewesen. Der Abschuss auf der Grundlage von Radardaten sei "in der Regel einem Kriegszustand oder dem Kriegsrecht vorbehalten", erklärt Tomczyk. Die Änderung sei unter anderem vorgenommen worden, weil Polen "täglich mit der Möglichkeit konfrontiert ist, dass Drohnen in sein Hoheitsgebiet eindringen". Anfang des Monats erklärte Polens Premier Tusk, "der russische Plan" umfasse nach Geheimdienstinformationen "hybride Angriffe" mit Drohnen und Raketen auf Länder, welche die Ukraine unterstützen. Zudem gibt es seit Monaten wiederholt Drohnenvorfälle in osteuropäischen Nato-Ländern, darunter Polen.
Russland habe mit einer zusätzlichen Mobilmachung begonnen, sagt der ukrainische Präsident Selenksyj. Die Zahl der Rekruten werde auf verschiedene Weisen erhöht. "Sie (die Russen) planen auch, verstärkt Ausländer einzubeziehen", fährt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache fort und beruft sich auf Erkenntnisse der ukrainischen Geheimdienste. Seit Monaten wird über eine neue Mobilmachung in Russland spekuliert, um die zuletzt starken Verlusten an den Frontlinien in der Ukraine auszugleichen. Kremlchef Wladimir Putin hat solche Befürchtungen bisher kategorisch zurückgewiesen. Russland hatte zuletzt 2022 eine "Teilmobilmachung" von Reservisten angeordnet, nachdem die russische Armee in der Ukraine militärische Rückschläge erlitten hatte. Die damalige Anordnung bezog sich laut Kreml auf rund 300.000 von insgesamt rund 140 Millionen Russen. Sie führte dazu, dass zahlreiche Männer im wehrpflichtigen Alter Russland verließen.
Russland vergrößert seine Armee um 15.500 Soldaten. Dies gehe aus einem veröffentlichten Dekret von Präsident Putin hervor, melden russische Medien, darunter die staatliche Nachrichtenagentur Tass und die unabhängige "Moscow Times". Dem Dekret zufolge beträgt die neue Personalstärke der Streitkräfte 2.441.630 Einheiten, darunter 1.550.500 Soldaten im aktiven Dienst. Den Berichten zufolge ist es die vierte Truppenaufstockung per Dekret in diesem Jahr. Demnach legte Putin die Personalstärke Ende Juli auf 2.426.130 Einheiten fest, darunter 1.535.000 Soldaten. Seit der ersten Erhöhung im März sei die Stärke um knapp 50.000 Personen erhöht worden, heißt es.

