Italien fordert europäische Verstärkung für sichere Schifffahrt im Roten Meer
Meerenge unter Kontrolle der Huthi Italien fordert europäische Verstärkung im Roten Meer Stand: 20.09.2026 • 15:02 Uhr
Italien fürchtet massive wirtschaftliche Schäden aufgrund der jüngsten Entwicklungen in der Meerenge Bab al-Mandab. Das Land fordert Unterstützung von der EU - nachdem es kürzlich noch einen Alleingang ins Spiel gebracht hatte.
Italien fordert angesichts zunehmender Spannungen im Roten Meer durch Angriffe der Huthi-Miliz mehr Unterstützung der EU. In einem Interview mit der Zeitung Corriere della Sera sagte der italienische Außenminister und stellvertretende Ministerpräsident Antonio Tajani, Italien befinde sich zwar nicht im Krieg, die Mission "Eunavfor Aspides" müsse jedoch verstärkt werden.
"Eunavfor Aspides" ist eine defensive Mission der Europäischen Union, die Frachtschiffe im Roten Meer vor Angriffen der pro-iranischen Huthi schützen soll. Die Mission wurde 2024 beschlossen und wird von Deutschland, Frankreich und Italien geleitet.
Die Huthi blockieren die Meerenge Bab al-Mandab weitgehend. Italien will Schiffe mit eigener Marine schützen - ohne die EU. mehr
In einer Blitzoffensive hatte die mit Iran verbündete und von Teheran militärisch und finanziell unterstützte Huthi-Miliz in der vergangenen Woche die gesamte Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht und strategisch wichtige Inseln erobert. Sie hat damit praktisch uneingeschränkten Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer.
Am Freitag erst hatte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto angekündigt, einen Alleingang der italienischen Marine zu prüfen, da Italien nicht länger auf Abstimmungen innerhalb der EU warten wolle. Wenn die Route durch Bab al-Mandab nicht befahren werden könne, habe das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. Die Seeroute ist für Italien strategisch wichtig, da rund 40 Prozent des italienischen Seehandels über das Rote Meer laufen.
Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz hat alle Inseln in der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab eingenommen. mehr
Seit Jahren greifen die Huthi immer wieder Schiffe in der Region an. Im November 2023, kurz nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel und dem Ausbruch des Gaza-Kriegs, hatten die Huthi damit begonnen, im Roten Meer und im Golf von Aden Handelsschiffe mit angeblichem Bezug zu Israel anzugreifen. Die USA und ihre Verbündeten reagierten darauf seit Anfang 2024 mit Angriffen auf Huthi-Ziele im Jemen.
Außerdem hatten die Huthi zuletzt verschiedene Angriffe in Saudi-Arabien für sich reklamiert. Saudi-Arabien gilt als wichtiger Unterstützer der Regierung im Jemen, gegen die die Huthi kämpfen.
Mit Informationen von Jasper Riemann, ARD-Studio Rom.
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Italien fordert europäische Verstärkung für das Rote Meer | 20.09.2026 | 12:55 Uhr
