Kasachischer Präsident beim Kanzler: Öl, Rohstoffe und Putin
Kasachischer Präsident beim Kanzler Öl, Rohstoffe und Putin Stand: 29.09.2026 • 21:44 Uhr
Mehr Öl aus Kasachstan - beim Besuch von Präsident Tokajew in Berlin betonte Kanzler Merz das deutsche Interesse. Generell soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit enger werden. Auch der russische Angriffskrieg war Thema.
Am Ende seiner außergewöhnlich langen Rede blickt der kasachische Präsident entschuldigend zum Kanzler. Er hat für eine Pressekonferenz sehr ausführlich zurückgeblickt auf die diplomatischen Beziehungen beider Länder, die in diesen Tagen ihr 35-jähriges Jubiläum feiern. Es sei nicht immer einfach gewesen. Aber beide Seiten hätten viel daraus gemacht.
Ausgeschöpft sei das Potential aber noch nicht, betont Kassym-Schomart Tokajew. Ein Punkt, in dem sich Präsident und Kanzler einig sind. Vor allem, wenn es um wirtschaftliche Belange geht. "Wir sind sehr daran interessiert aus Kasachstan zum Beispiel Öl geliefert zu bekommen als Ersatz für das Öl, das wir aus Russland nicht mehr beziehen", sagt Friedrich Merz.
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Schon jetzt gehört Kasachstan zu den wichtigsten Öllieferanten Deutschlands. Präsident Tokajew kann sich vorstellen, die Liefermenge weiter zu steigern. Auch eine Rohstoff-Partnerschaft bringt er ins Spiel. Denn das riesige zentralasiatische Land verfügt über strategisch wichtige Rohstoffe wie Seltene Erden, die man für Batterien braucht.
Was ihm vorschwebt ist allerdings keine reine Ein- und Ausfuhr von Waren, sondern eine echte Kooperation: gemeinsame Produktions- und Lieferketten.
Beide Seiten haben eine Road Map vereinbart. Sie wollen in den kommenden Jahren die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Zum Beispiel, erklärt Kanzler Merz, mit Blick auf die Anerkennung von Standards. "Wir haben uns auch auf die Förderung gemeinsamer Analysen für unsere Lieferketten geeinigt. Wir wollen uns enger verbinden. Wir wollen resiliente Lieferketten dafür ausbauen."
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Auch der deutsche Mittelstand soll langfristig ins Boot geholt werden. Tokajew ist optimistisch, dass es gelingen wird: weil beide Seiten den Wunsch hätten voranzukommen. Jetzt gehe es darum, die Vereinbarungen auch umzusetzen, betont Tokajew.
Das gilt auch mit Blick auf Dutzende neue gemeinsame Projekte aus unterschiedlichsten Bereichen, die im Rahmen des Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsforums auf den Weg gebracht worden sind. Mit einem geschätzten Gesamtvolumen von weit über einer Milliarde Euro.
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Kasachstan profitiert dabei auch von den Sanktionen, die der Westen gegen Russland verhängt hat. Der Krieg gegen die Ukraine ist auch Thema im Kanzleramt, wo der kasachische Präsident mit einer Lobeshymne auf Wladimir Putin überrascht, zu dem er eine sehr gute Beziehung habe. "Ich halte ihn für einen herausragenden Staatsmann", lässt Tokajew wissen.
Der Präsident hatte versucht, den Kreml zu einem Einfrieren des Konfliktes zu bewegen - bisher ohne Erfolg. Den Kanzler, der dem kasachischen Staatschef seine Haltung dargelegt hatte, wundert das nicht. Das Gespräch zwischen Bundesaußenminister Johann Wadephul und seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in New York habe gezeigt, dass Russland nicht an ernsthaften Verhandlungen interessiert sei. Deutschland werde die Ukraine deshalb weiter unterstützen, betont Merz - nicht nur militärisch, sondern auch politisch, finanziell und wirtschaftlich.
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Kaschstan Präsident in Berlin: Öl, Rohstoffe und Putin | 29.09.2026 | 21:12 Uhr

