KI-Boom und Rüstung bringen Rekord bei Milliarden-Start-ups
So viele "Einhörner" wie nie Höchstwert bei Start-ups mit Milliardenbewertung Stand: 28.09.2026 • 10:01 Uhr
Die deutsche Gründerbranche bringt immer mehr Milliarden-Start-ups hervor. Dazu gehören etwa Trade Republic und N26, aber auch die Softwarefirma Osapiens und die Rüstungsfirma Stark Defense.
Der Gründerboom in Deutschland ist einer Studie zufolge trotz der mauen Konjunktur ungebrochen. Seit Jahresbeginn seien mehr als 3.000 Startups hinzugekommen, so viele wie noch nie. Das zeigt der "Deutsche Startup Monitor", eine Datenanalyse und Befragung von gut 1.800 Wachstumsfirmen.
Zudem sind bis Ende September zehn neue Start-ups mit einer Firmenbewertung von mindestens einer Milliarde Euro entstanden, heißt es im Bericht, der seit 2013 erscheint und der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Das seien so viele neue Milliarden-Start-ups ("Unicorns") wie seit 2021 nicht. Mit nun insgesamt 39 "Einhörnern" gebe es einen Rekordwert.
Christoph Stresing, Bundesverband Deutsche Start-ups, zur Gründerkonferenz Bits & Pretzels Update Wirtschaft, Tagesschau24, 28.09.2026 • 09:00 Uhr KI und Rüstung als Treiber Dazu gehören Größen wie der Online-Broker Trade Republic, die Smartphonebank N26 und die Softwarefirma Personio. Neu dazu gekommen sind dieses Jahr unter anderem die Softwarefirma Osapiens, Neura Robotics und die Rüstungsfirma Stark Defense. "Deutschland gründet wieder - in der Breite und auf einer starken technologischen Basis", sagte Verena Pausder, Vorstandschefin des Start-up-Verbands.
Die Gründerbranche profitiert von steigenden Investitionen in Rüstungsfirmen, darunter Quantum Systems und der Drohnenbauer Helsing, die viel Geld von Investoren einwerben. Ein weiterer Wachstumstreiber ist Künstliche Intelligenz (KI). Für 53 Prozent der befragten Start-ups steht die Technologie im Zentrum des Produkts - 2024 waren es erst 39 Prozent. Zugleich erleichtert KI Gründungen deutlich.
Der Fokus der Strategie liegt auf Verteidigung und Technologie. Was ist konkret geplant? mehr
Zwischen Januar und September sammelten deutsche Start-ups acht Milliarden Euro Wagniskapital ein, heißt es weiter. Dies sei mehr als im Gesamtjahr 2025. Halte der aktuelle Trend an, werde das Investitionsvolumen 2026 mit zwölf Milliarden Euro voraussichtlich den zweithöchsten Wert hinter dem Boomjahr 2021 erreichen.
Dennoch bleibe die Kapitalbeschaffung ein Hemmschuh, so der Verband: Junge Start-ups hätten immer häufiger Probleme, an Geldspritzen zu kommen. Etablierten Unternehmen wie Helsing und Quantum Systems sowie der Roboter-Anbieter Neura Robotics sei dies gelungen; damit kämen diese drei in den USA aber nicht unter die Top Ten der größten Finanzierungsrunden.
Auch ziehe es für einen potenziellen Börsengang die Mehrheit der Start-ups (62 Prozent) in die USA, nur 27 Prozent präferieren Deutschland. Und bei digitalen Technologien setzten 64 Prozent überwiegend oder ganz auf US-Anbieter - auch mangels europäischer Alternativen.
In Deutschland wurden zuletzt mehr als 3.000 Start-ups gegründet - ein neuer Rekord. mehr
Von den rund 1.800 befragten Unternehmen bewertete denn auch nur etwa ein Drittel Deutschland als attraktiven Gründungsstandort. Das sind rund sechs Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr.
Stärken sieht der Verband aber dennoch in der Verbindung mit Hochschulen. So werde jedes zweite Start-up (51 Prozent) von Forschungseinrichtungen unterstützt. Bei 59 Prozent gehe das Produkt aus neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen hervor.
Hochschulen seien die wichtigste Säule im Ökosystem, sagt Alexander Hirschfeld, Research-Experte beim Start-up-Verband. "Gemessen an der Qualität der deutschen Forschungslandschaft gründen daraus aber immer noch viel zu wenige."
Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 28.09.2026 | 09:00 UhrBR24 Radio | Nachrichten | 28.09.2026 | 08:07 Uhr
