Linke-Politiker Kocak gibt Sitz im Innenausschuss des Bundestages auf
Kontakte zum Clan-Milieu Linke-Politiker gibt Sitz im Innenausschuss auf Stand: 30.09.2026 • 19:04 Uhr
Der Berliner Linken-Politiker Kocak zieht sich endgültig aus dem Innenausschuss des Bundestages zurück. Hintergrund sind Hinweise, dass Kocak Kontakte ins Clan-Milieu haben soll.
Der Berliner Linke-Abgeordnete Ferat Kocak gibt nach Kritik an Nähe zu mutmaßlichen Angehörigen krimineller Clanstrukturen seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestags ganz auf. "Ich möchte nicht, dass meine Kolleginnen und Kollegen und ihre wichtige parlamentarische Arbeit durch Angriffe auf meine Person zusätzlich belastet werden", schrieb Kocak auf der Plattform "X" am Mittwochabend. "Ich bin weder kriminell noch unterstütze ich organisierte Kriminalität", schrieb er weiter. Gleichzeitig müsse er eingestehen: "Ich habe einen Fehler gemacht. Im Umgang mit meinem Kontakt zur Familie Remmo bin ich meinem Selbstverständnis nicht gerecht geworden. Ich war in der konkreten Situation naiv und mit der Situation überfordert. Dafür übernehme ich Verantwortung."
Bereits nach der Berlin-Wahl hatte der Berliner Linken-Bundestagsabgeordnete angekündigt, seine Parlamentsfunktionen vorerst ruhen zu lassen. Grund dafür war heftige Kritik an Kontakten ins Berliner Milieu der Organisierten Kriminalität. Am Wahlsonntag war bei einer Wahlparty der Linken in Neukölln ein führendes Mitglied einer arabischen Großfamilie mit zahlreichen polizeibekannten Mitgliedern aufgetaucht. Die Linke in Berlin-Neukölln betonte anschließend, dass es weder politische noch persönliche Beziehungen zu der Person gebe. "Uns war die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt, sie steht nicht auf unserer Anmeldeliste." Später kursierte am Montag der Screenshot eines Chatverlaufs zwischen Kocak und einem weiterem Mitglied dieser Familie. In diesem schrieb Kocak, er sende "Grüße mit Respekt zurück an deinen Vater" und bat die Person, eine Rede von ihm zu verbreiten. Kocak war am Abend der Berlin-Wahl zudem auf einem Foto mit einem umstrittenen pro-palästinensischen Aktivisten zu sehen, dem Verbindungen zur "Volksfront zur Befreiung Palästinas" (PFLP) zugeschrieben werden. Die PFLP wird von der EU als Terrororganisation eingestuft.
Der Begriff Clankriminalität ist umstritten, weil er nach Ansicht von Kritikern Menschen mit Migrationshintergrund allein aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert. Auch die Linke lehnt die Bezeichnung weitgehend ab.
Sendung: rbb24 Inforadio, 30.09.2026, 18:30 Uhr Audio: rbb24 Inforadio, 30.09.2026, Miriam Berger
