Mädchen (8) in Wildpark schwer verletzt: Polizei ermittelt gegen Wolfs-Pflegerin - BILD
Baruth (Brandenburg) – Nach der Wolfsattacke auf ein achtjähriges Mädchen im Wildpark Johannismühle ermittelt die Polizei jetzt gegen die Mitarbeiterin, die mit den drei Kindern im Gehege war, als das Unglück geschah. Wie die Polizei auf BILD-Anfrage bestätigte, geht es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung. Die Polizei hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass untersucht werde, ob Fahrlässigkeit vorliegt.
Sie wollten einen Tag lang Tierpfleger sein. Doch er wurde für drei Kinder zum Albtraum. Ein Mädchen (8) liegt schwer verletzt im Krankenhaus.
Nach Angaben der Polizei war das Mädchen am Mittwochmorgen mit zwei weiteren Kindern und einer Mitarbeiterin im Polarwolf-Gehege des Wildparks. Laut der Kreisverwaltung Teltow-Fläming war ein „Tierpflegertag“ für Kinder gebucht. Der Vorfall passierte gegen 9 Uhr, bevor der Wildpark regulär öffnete. Der Park öffnet von März bis Oktober erst 10 Uhr.
Die Raubtiere attackierten das Kind, als die Tiere im Gehege getränkt wurden. Weil die Tierpflegerin schnell handelte, soll sie weiteres Leid für die beiden anderen Mädchen verhindert haben, so der Kreis.
Eine Sprecherin der Polizeidirektion West sagte BILD, die Polizei sei um 9.30 Uhr informiert worden. Nach BILD-Informationen flog der Rettungshubschrauber „Christoph 31“ das Mädchen ins Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn. Das Kind soll schwere Kopfverletzungen erlitten haben.
Am Eingang hängt Absperrband. Ein Schild an der Tür nennt „technische Gründe“ für die Schließung. Der Landkreis teilt dagegen mit, der Wildpark Johannismühle bleibe wegen des Vorfalls bis auf Weiteres geschlossen. Er dürfe erst wieder öffnen, wenn die zuständige Behörde zustimme. Auf seiner Homepage informiert der Wildpark inzwischen, dass er bis zum 2. November geschlossen bleibt.
Der Kreis kündigt an, dass das Veterinäramt den Park in Brandenburg zeitnah kontrollieren wird. Ob die Wölfe gesund sind und wie sie sich verhalten haben, ist nach Angaben der Behörde noch nicht bewertet. Mängel aus früheren Kontrollen wurden laut Kreis behoben. Bei einer Kontrolle am 23. Juli 2025 fanden die Prüfer keine Sicherheitsmängel an Zäunen. Auch bei einer Teilkontrolle am 19. März 2026 gab es nach Angaben des Kreises keine tierschutzrechtlichen Beanstandungen.
Laut Wildpark-Karte leben im Park Grau- und Polarwölfe, außerdem Braunbären und Luchse. Für Kinder bietet der Wildpark auf seiner Homepage exklusive Besuche beim Lieblingstier an: „Vielleicht möchtet ihr Wölfe füttern …“
Ein Anwohner aus Klasdorf sagt zu BILD: „Man fühlte sich da immer sicher, auch mit den Kindern. Ich kann mir nicht erklären, wie das passieren konnte.“
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