Marktbericht: Commerzbank-Aktie gerät unter Druck

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Die Commerzbank-Aktie steht heute unter Druck: Anleger blicken auf die geplante Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit, die ihre Schatten voraus wirft. Auch ein Analystenkommentar belastet den Kurs.

Marktbericht Übernahmepläne und Analystenbewertung Commerzbank-Aktie gerät unter Druck Stand: 30.09.2026 • 13:38 Uhr

Die Commerzbank-Aktie steht heute unter Druck: Anleger blicken auf die geplante Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit, die ihre Schatten voraus wirft. Auch ein Analystenkommentar belastet den Kurs.

Für Papiere der Commerzbank geht es heute deutlich nach unten: Mit einem Minus von zeitweise fast drei Prozent sind sie Schlusslicht im DAX.

Ein Grund dafür ist die Herabstufung der Aktie durch die Deutsche Bank: Analyst Benjamin Goy von Deutsche Bank Research behielt zwar sein Kursziel von 42 Euro für die Aktie bei, strich zugleich aber seine Kaufempfehlung.

Viele der Kurstreiber, etwa steigende Zinseinkünfte und üppige Ausschüttungen, seien inzwischen entweder bereits eingepreist oder durch die überdurchschnittliche Kursentwicklung am Markt inzwischen realisiert worden, schrieb er. Diese Bewertung der Deutschen Bank macht die Commerzbank-Aktie weniger attraktiv, weshalb sie verliert.

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Zugleich gab es bereits gestern Neuigkeiten zur Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit. Insidern zufolge pocht die Bundesregierung auf baldige Zusagen der italienischen Großbank für eine gemeinsam abgestimmte Übernahme.

Es würden zeitnah Zusagen von UniCredit-Chef Andrea Orcel in diese Richtung erwartet, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagabend aus Regierungskreisen. Grundlage für die Zusagen dürfte das Gespräch zwischen Orcel und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) Anfang September gewesen sein.

Der Grund: Bereits zuvor gab es Berichte darüber, dass der UniCredit-Chef bei der Übernahme nun aufs Tempo drückt. Orcel arbeitet laut der Financial Times (FT) daran, in den kommenden Monaten die Kontrolle über die Commerzbank zu übernehmen. Sobald die nötigen Genehmigungen zur Übernahme der Frankfurter Bank vorlägen, wolle er eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Im besten Fall gelinge das schon im Januar. Bisher hatten die Italiener das zweite Quartal in Aussicht gestellt.

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Laut FT-Bericht will Orcel dabei auch den Forderungen der Bundesregierung eine Absage erteilen, weiter mit zwei Sitzen im Commerzbank-Aufsichtsrat vertreten zu sein. Auch die Börsen-Zeitung berichtet, dass die UniCredit ihre Kandidaten für Schlüsselpositionen in der Commerzbank bei den Bankaufsehern in Stellung bringe.

Diesbezüglich liefen derzeit Gespräche mit der Finanzaufsicht BaFin, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. FT und Börsen-Zeitung zufolge will UniCredit die gesamte Kapitalseite des Commerzbank-Aufsichtsrats auswechseln.

Auch die aktuelle Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wolle Orcel ablösen, heißt es. Sie bekräftige derweil gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, sie habe einen Vertrag bis 2029. "Meine Voraussetzung ist natürlich, dass ich das Vertrauen des Aufsichtsrates habe und mir mit dem Aufsichtsrat über die Strategie einig bin."

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Mit dem geplanten Umbau des Aufsichtsrats würde Orcel auch den Bund brüskieren, nachdem Finanzminister Klingbeil bei einem Treffen mit dem UniCredit-Chef im September auf Bedingungen für die Übernahme gepocht hatte und von konstruktiven Gesprächen die Rede war. Orcel hatte damals signalisiert, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibe und das Mittelstandsgeschäft ausgebaut werde.

Nun aber scheinen diese Zusagen infrage gestellt. Wohl auch deshalb pocht die Bundesregierung jetzt auf verbindliche Zusagen des UniCredit-Chefs und will, dass er sich zu den Bedingungen bekennt, die Finanzminister Klingbeil nach dem Treffen mit Orcel formuliert hatte.

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Der Bund ist mit einem Anteil von gut 13 Prozent noch immer zweitgrößter Aktionär der Commerzbank - eine Folge der Rettung des DAX-Konzerns in der globalen Finanzkrise. Bei der geplanten Übernahme hat die Bundesregierung daher ein Wort mitzureden, kann diese aber nicht verhindern.

Eine endgültige Genehmigung der Fusion durch die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) steht noch aus, eine Entscheidung wird im Oktober erwartet. Die EZB hat aber wiederholt deutlich gemacht, dass sie grenzüberschreitenden Bankenfusionen positiv gegenübersteht. Die UniCredit, die inzwischen Zugriff auf fast 50 Prozent der Anteile hat, ist größter Anteilseigner.

Am Gesamtmarkt überwiegen zur Mittagszeit die Inflationssorgen in Europa. Sie haben den DAX nach einem freundlichen Handelsauftakt belastet. Zur Mittagszeit stand ein kleines Minus von 0,1 Prozent auf 25.380 Punkten zu Buche. Damit bleibt der Leitindex weiter unter der gleitenden 21-Tage-Linie, die als wichtiger kurzfristiger Trendindikator gilt.

Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Commerzbank Aktie unter Druck | 30.09.2026 | 12:25 Uhr

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https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/schwerpunkt-commerzbank-aktie-uebernahme-unicredit-100.html
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