Muss Spahn nun auch um seinen Platz im Haushaltsausschuss bangen?
Nach Urlaubsfotos Wackelt Spahns Posten im Haushaltsausschuss? Stand: 25.09.2026 • 20:20 Uhr
Nach seinem Rücktritt als Fraktionschef sitzt Jens Spahn nun im Haushaltsausschuss. Doch in der Union gibt es nach ARD-Informationen Unmut - über einen Urlaub Spahns während einer Ausschusssitzung.
Am Freitagmittag trifft sich die Arbeitsgruppe Haushalt der CDU/CSU-Fraktion zu einer außerordentlichen Sitzung. Es geht ums Personal: Die Abgeordneten sprechen über Jens Spahn. Der ehemalige Fraktionschef hatte in dieser Woche wieder für Aufregung gesorgt.
Während seine Kolleginnen und Kollegen in Berlin in Ausschüssen und Plenum ihrer Arbeit als Abgeordnete nachgingen, gab es Fotos von Spahn mit Baby am Flughafen in Sardinien. Ein Artikel der Bild-Zeitung darüber wurde nach kurzer Zeit wieder gelöscht. Die offizielle Begründung des Verlags: Das Foto sei in einem privaten Rahmen entstanden.
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Der Bericht erreichte allerdings die Kolleginnen und Kollegen in Berlin, und das offenbar ausgerechnet während einer Sitzung des Haushaltsausschusses, dessen Mitglied Spahn seit kurzer Zeit ist. Es war schon der zweite Termin, an dem Spahn nicht teilnahm. An diesem Mittwoch habe der CDU-Politiker seine Abwesenheit mit einer Erkrankung seines Kindes begründet, heißt es aus dem Ausschuss.
Für die Abgeordneten seiner Fraktion bringt das Foto das Fass offenbar zum Überlaufen. Zahlreiche von ihnen sehen seine Glaubwürdigkeit weiter beschädigt. In der Sondersitzung am Freitagmittag wurde daher über den künftigen Umgang mit Spahn diskutiert. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios plädierte dabei eine Mehrheit der Abgeordneten dafür, Spahn aus dem einflussreichen Ausschuss zu entfernen.
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Dass Spahn trotzdem zunächst bleiben darf, liegt offenbar an seinem Nachfolger im Amt des Fraktionsvorsitzenden. Ex-Kanzleramtschef Thorsten Frei will Spahn eine Gnadenfrist gewähren. Bis Dezember darf er demnach zunächst Mitglied im Ausschuss bleiben. Dabei sei er allerdings "auf Bewährung". Soll heißen: Spahn darf sich keinen Ausrutscher mehr leisten.
Bei mehreren Unionsabgeordneten, mit denen das ARD-Hauptstadtstudio sprechen konnte, sorgt dieses Vorgehen für Unmut. Sie sehen in der Gnadenfrist eine Sonderbehandlung. Der ehemalige Fraktionschef dürfe sich offenbar "alles erlauben". Weiter heißt es, "Karrieristen" wie Spahn seien schädlich für das bundesweite Ansehen der Union.
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Kritik aus den eigenen Reihen an Ex-Unionsfraktionschef Spahn | 25.09.2026 | 20:19 Uhr
