Nächste Eskalationsstufe: Trump schickt Einwanderungspolizei zu "Blitz-Einsatz" nach Chicago
Kurz nachdem Donald Trump Chicago zum Kriegsgebiet erklärt hat, beginnt der Einsatz gegen Migranten ohne Papiere. Angeblich geht es dem US-Präsidenten um Verbrechensbekämpfung. Tatsächlich sei Einschüchterung sein Ziel, sagt der Gouverneur von Illinois.
Nach tagelangen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Chicago hat ein großangelegter Einsatz der Einwanderungspolizei ICE in der Demokraten-Hochburg begonnen. Die "Midway Blitz" (etwa: Blitzangriff auf die Mitte") betitelte Operation richtet sich nach Angaben des Weißen Hauses gegen "illegale kriminelle Ausländer, die sich in Chicago zusammengerottet haben". In Onlinemedien veröffentlichte das Weiße Haus Steckbriefe festgenommener angeblicher "Bandenmitglieder" aus Venezuela und Mexiko.
Trump hatte Chicago und den Gouverneur des umliegenden US-Bundesstaats Illinois, JB Pritzker, vor der Ankündigung des Einsatzes erneut scharf angegriffen. In den vergangenen Wochen seien rund 50 Menschen in Chicago getötet und Hunderte durch Schüsse verletzt worden, behauptete der Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social. Dennoch lehnten die Demokraten seine Hilfe ab. "Wir können schnell vorgehen und diesen Wahnsinn stoppen", schrieb Trump. Statistiken zeigen einen Rückgang der Mordraten im laufenden Jahr.
"Hier geht es nicht um Verbrechensbekämpfung", schrieb Pritzker auf X. Dafür brauche es Unterstützung und Koordination - doch davon habe man in den vergangenen Wochen nichts gesehen. "Anstatt Maßnahmen zu ergreifen, um mit uns im Bereich der öffentlichen Sicherheit zusammenzuarbeiten, konzentriert sich die Trump-Regierung darauf, die Einwohner von Illinois zu verängstigen."

