Rechnung geplatzt: Trump lobte günstige Tankstellen – die verkaufen geklauten Kraftstoff - T-Online
Donald Trump (Archivbild): Der US-Präsident pries Tankstellen mit besonders günstigen Benzinpreisen an. (Quelle: Jim Loscalzo )VorlesenAktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:001xArtikel teilenDonald Trump und seine Regierung warben für ein Tankstellennetz mit besonders günstigem Benzin. Nun steht der Lieferant eines Teils dieser Tankstellen vor Gericht.
Die sogenannten Freedom-Fuel-Tankstellen, die US-Präsident Donald Trump und seine Regierung seit Juli bewerben, verkaufen offenbar unbezahlten Kraftstoff. Das geht aus einer am 19. August von den Anwälten der Mansfield Oil Company eingereichten Klage beim US-Bezirksgericht im östlichen Pennsylvania hervor, die verschiedenen US-Medien vorliegt.
Demnach soll das Unternehmen KRSM zwischen dem 21. Mai und dem 7. Juli mehr als 1,1 Millionen Gallonen Treibstoff von ihrer Firma erhalten haben. Die Treibstoffkosten beliefen sich laut der 179-seitigen Klage auf fast 4 Millionen Dollar. Bis zum 17. August hatte KRSM den Treibstoff noch nicht bezahlt. Eine Gallone sind knapp vier Liter.
Obwohl die Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen vorsah, dass KRSM die Rechnungen innerhalb von zehn Tagen nach deren Erhalt begleichen müsse, teilte die Bank von Mansfield am 28. Juli mit, dass die ausländische Firma die Scheckanforderungen "abgelehnt" habe, heißt es in der Klage. Von den rund 1,1 Millionen Gallonen Treibstoff, die KRSM von Mansfield bezogen hat, verkaufte das Unternehmen laut Klage "einen Teil" an Tankstellen des Freedom Fuel Network.
Im Juli pries Präsident Trump 25 Tankstellen des Netzwerks an und hob deren im Vergleich zum nationalen Durchschnitt niedrigere Preise hervor. Inmitten des Iran-Krieges liegt der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Normalbenzin laut Daten des Automobilclubs AAA am Sonntag bei etwa 4,07 US-Dollar. Das entspräche umgerechnet etwa 0,93 Euro pro Liter. Die Freedom-Fuel-Tankstellen konnten durchschnittlich etwa 89 Eurocent pro Liter anbieten.
In der von Mansfield eingereichten Klage wird jedoch behauptet, dass KRSM eigentlich nicht in der Lage war, "Freedom Fuel"-Kraftstoff vergünstigt zu verkaufen. Das Unternehmen habe dies nur gekonnt, weil es den Kläger dafür nie für den Rohstoff bezahlt habe, so die Anklageschrift.
KRSM wird von Syed Kazmi geleitet, der im Januar 2022 den Antrag von Mansfield auf einen Geschäftskredit unterzeichnete, wie aus einer in der Klage enthaltenen Kopie hervorgeht. Ein Beamter des Weißen Hauses teilte der Zeitung "The Hill" mit, dass die Regierung "keinerlei Kontakt oder Geschäftsbeziehungen zu KRSM oder Kazmi hatte". Eine mit dem Geschäft von Freedom Fuel vertraute Quelle merkte laut der Zeitung außerdem an, dass KRSM und Kazmi in keiner Weise mit dem Tankstellennetz verbunden seien.
