Russland stellt Metros Vermögenswerte unter Zwangsverwaltung
Deutscher Handelskonzern in Russland Moskau stellt Metro-Geschäft unter Zwangsverwaltung Stand: 28.09.2026 • 19:14 Uhr
Die Metro AG hat nach Beginn des Ukraine-Kriegs sein Geschäft in Russland weitergeführt. Jetzt hat der russische Präsident Putin diesen Teil des Handelskonzerns unter Zwangsverwaltung gestellt. Zuvor war es schon anderen Unternehmen so ergangen.
Die russischen Behörden haben das Russland-Geschäft der Metro AG unter ihre Verwaltung gestellt. Sämtliche Vermögenswerte würden unter "temporäre Verwaltung" an das russische Unternehmen UK Torg RUS übertragen, hieß es in einem Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Am vergangenen Montag hatte der Kreml das Russland-Geschäft des US-Konzerns Aptar unter russische Verwaltung gestellt. Zuvor waren bereits die Russland-Geschäfte des Schweizer Konzerns Nestlé und der französischen Unternehmen Auchan und FM Logistic sowie das frühere Russland-Geschäft von Leroy Merlin unter russische Verwaltung gestellt worden.
Der Kreml hatte zu den früheren Entscheidungen erklärt, dass es sich um Unternehmen aus sogenannten unfreundlichen Ländern handle, deren Staatsführungen durch die Hilfe für Kiew in den Ukraine-Krieg verwickelt seien. Die Militärhilfe aus diesen Ländern werde aktiv von Kiew für Schläge gegen die zivil-wirtschaftliche Infrastruktur in Russland genutzt, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow gesagt.
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Faktisch könnte die vorübergehende Übertragung am Ende in eine staatliche Enteignung ohne Entschädigung münden. Die UK Torg RUS wurde laut russischen Medien erst Anfang September in Moskau gegründet. Metro bestätigte der ARD die Vorgänge. Das Unternehmen gehöre formal dem russischen Geschäftsführer der dortigen Metro-Tochter, teilte Metro dem ARD-Studio Moskau mit. Weitere Auswirkungen würden derzeit geprüft. Allerdings habe die Metro die Kontrolle über das operative Geschäft in Russland verloren.
Metro war nach eigenen Angaben 2001 in den russischen Markt eingetreten. In Russland sei man mit 91 Großhandelsgeschäften vertreten. Rund 9.000 Mitarbeiter arbeiten demnach für Metro in Russland.
Nach Beginn des von Putin befohlenen Angriffskriegs im Februar 2022 entschied man sich, in Russland zu bleiben. Zu den Gründen hieß es damals: "Wir tragen Verantwortung für unsere 10.000 Mitarbeiter vor Ort sowie für unsere Kunden, die von Metro Russland ihre Lebensmittel beziehen. Metro Russland ist zudem ein großes Geschäft mit Bedeutung für das Gesamtportfolio des Konzerns." Die Entscheidung sei auch im Interesse der Werterhaltung des Unternehmens für seine Aktionärinnen und Aktionäre gewesen.
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Den Finanzergebnissen von Metro zufolge steht der russische Markt mit 2,14 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten dieses Jahres für fast 8,7 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens. Russland ist außerdem das dynamischste Segment des Unternehmens, mit einem Umsatzanstieg von mehr als zehn Prozent, was einem Drittel des gesamten Wachstums des Konzerns entspricht.
Seit Beginn der russischen Militäroffensive haben sich zahlreiche westliche Konzerne aus Russland zurückgezogen. Andere Unternehmen stellten ihre Aktivitäten dort ein oder wurden an russische Gesellschaften übertragen.
Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 28.09.2026 | 17:00 UhrNDR Info | Nachrichten | 28.09.2026 | 17:30 Uhr

