Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 08:46 Zahl der Toten in Kiew steigt +++

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In der Moskauer Parlamentsküche werden "Hähnchen Kiew" oder "Kiewer Schnitzel" nicht mehr unter diesem Namen angeboten. Wohl wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat die Kantine in der neu gewählten Staatsduma die panierten und mit Knoblauch-Kräuterbutter gefüll...

In der Moskauer Parlamentsküche werden "Hähnchen Kiew" oder "Kiewer Schnitzel" nicht mehr unter diesem Namen angeboten. Wohl wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat die Kantine in der neu gewählten Staatsduma die panierten und mit Knoblauch-Kräuterbutter gefüllten Hühnerfilets umbenannt. Aus den "kotlety po kiewski" - auf Deutsch: Schnitzel Kiewer Art - wurden einfache "kotlety mit Butter", wie russische Medien berichten. Das berühmte slawische Gericht ist in Russland wie in der Ukraine beliebt. Kantinenmitarbeiter in der Staatsduma sagen demnach, dass die Rezeptur des sowjetischen Klassikers unverändert sei. Aber den Gästen sei der neue Name zu wenig appetitlich, sie wünschten sich etwas Attraktiveres, hieß es. In der Moskauer Imbisskette Brusnika etwa heißt das Gericht weiter "nach Kiewer Art".

Im Vorfeld des nahenden Wintereinbruchs hat Russland nach Angaben Kiews mit einer Offensive zur Lahmlegung der Strom- und Wärmeversorgung in der Ukraine begonnen. Einen "derart großangelegten kombinierten Angriff" auf die Energieinfrastruktur wie in der Nacht zum Mittwoch habe es seit dem Ende der letzten Heizperiode nicht mehr gegeben, erklärt Regierungschef Serhij Korezky auf Instagram. Zuvor hatte die russische Armee massive Drohnen- und Raketenangriffe in und um Kiew ausgeführt. Dabei wurden vier mindestens Menschen getötet. "Seit dem Sommer ist fast kein Tag vergangen, an dem der Feind unsere Energieinfrastruktur nicht angegriffen hat", erklärt Korezky. Bei dem Angriff in der Nacht handele es sich allerdings um den Beginn einer russischen Offensive gegen die Energiesektor vor dem Winter. Diese Taktik habe Moskau bereits in den vergangenen Jahren angewandt. Örtliche Behörden müssten nun prüfen, ob die Notstromsysteme betriebsbereit seien und die "Arbeiten an deren Installation und Anschluss so schnell wie möglich abschließen", fügte der Regierungschef hinzu.

Russland nimmt nach Angaben des estnischen Geheimdienstes bei seinen Angriffs- oder Sabotageversuchen vermehrt Rüstungsfirmen ins Visier. "Russlands Vorgehen in Europa ist eindeutig systematisch", sagt Sicherheitspolizei-Chef Margo Palloson im estnischen Fernsehen. Anders als früher liege der Schwerpunkt nun nicht mehr auf symbolträchtigen Objekten, sondern auf Unternehmen der Rüstungsindustrie. Damit solle Militärhilfe für die Ukraine verhindert werden, sagt der Leiter des Inlandsgeheimdiensts des an Russland grenzenden baltischen EU- und Nato-Landes. Estland hatte Russland zuvor aufgrund von Ermittlungsergebnissen für einen Brandanschlag auf den Rüstungshersteller Milrem Robotics verantwortlich gemacht. Das Unternehmen entwickelt unbemannte Militärsysteme, die seit 2022 auch in der Ukraine eingesetzt werden. Russland wies die Vorwürfe aus Tallinn zurück.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt bei einem Besuch in der Regio Lyman, dass im Rahmen der Operation "Vivaldi" in Zusammenarbeit mit anderen Einheiten des Dritten Armeekorps mehr als 125 Quadratkilometer Gebiet aus der russischen Besatzung unter ukrainische Kontrolle zurückerobert haben. "Danke, dass ihr unseren Staat, unsere Souveränität und unsere territoriale Integrität schützt", sagt er. Die Ukraine befindet sich in der dritten Phase der Operation Vivaldi, in der ukrainischen Angaben zufolge bereits 2000 russische Soldaten getötet und 250 gefangen genommen wurden.

Russland will mit den USA nicht über eine Lockerung der Sanktionen im Austausch gegen die Freilassung politischer Gefangener verhandeln. Dies erklärt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, wie "Kyiv Independent" schreibt. "Diese Frage wurde nicht erörtert und konnte auch nicht erörtert werden, da wir die Existenz politischer Gefangener kategorisch bestreiten und der Ansicht sind, dass eine solche Darstellung der Angelegenheit völlig unangemessen ist", so Peskow. Der Kremlsprecher reagiert auf einen Bericht des "Atlantic", wonach die Trump-Regierung erwäge, Moskau zur Freilassung politischer Gefangener im Austausch gegen eine Lockerung der Sanktionen und die Wiederaufnahme einiger wirtschaftlicher Beziehungen zu drängen. Der Vorschlag wurde offenbar auch dem "Kyiv Independent" von mit der Angelegenheit vertrauten Personen bestätigt. 

Original Source
https://www.n-tv.de/politik/13-05-Rutte-ruft-zu-Ruhe-auf-Russland-scheitert-mit-hybriden-Angriffen-id30859357.html
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