Von Stechmücken übertragen: Erstmals Sindbis-Virus in Deutschland
Von Stechmücken übertragen Erstmals Sindbis-Virus in Deutschland nachgewiesen Stand: 02.10.2026 • 16:23 Uhr
Dem Robert Koch-Institut zufolge ist erstmals eine Infektion mit dem Sindbis-Virus in Deutschland nachgewiesen worden. Es wird von Stechmücken übertragen und verläuft meistens harmlos.
Laut jetzt veröffentlichtem Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankte bereits im Juli ein 60-jähriger Mann aus Baden-Württemberg. Eine Laboranalyse, die im September erfolgte, zeigt, dass die Infektion vom Sindbis-Virus stammt.
Zunächst vermuteten die behandelnden Ärztinnen und Ärzte eine Chikungunya-Infektion, weil am Wohnort des Mannes die Asiatische Tigermücke vorkommt. Tests auf Chikungunya, das ähnliche Symptome hervorruft, waren jedoch negativ. Erst der Nachweis spezifischer Antikörper brachte Klarheit.
Da keine Reise außerhalb Baden-Württembergs vorlag, wurde der Fall als autochthon, also in Deutschland erworben, eingestuft. Und gilt als erster nachgewiesener Infektionsfall mit diesem Virus hierzulande.
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Das Sindbis-Virus gehört zur Gruppe der Arboviren und wird über auch in Deutschland heimische Stechmücken verbreitet. Die Mücken, die auch Vögel stechen, fungieren dabei als Vektoren und Virus-Reservoir, während Wildvögel als Wirte gelten, die das Virus stark vermehren.
Menschen sind sogenannte Fehlwirte: Sie können erkranken, spielen aber für die Weiterverbreitung des Virus praktisch keine Rolle. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht beschrieben. Der aktuelle Fall zeigt: Wo das Virus in Mücken und Vögeln zirkuliert, muss künftig auch mit Erkrankungen beim Menschen gerechnet werden.
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Viele Infektionen mit dem Sindbis-Virus verlaufen unbemerkt oder mit leichten Beschwerden, teilt das RKI mit. Typisch sind demnach Fieber, Hautausschlag sowie Arthralgien oder Arthritis - also teils ausgeprägte Gelenkschmerzen und Gelenkentzündungen.
Fieber und Ausschlag verschwinden meist innerhalb einer oder zwei Wochen. Die Gelenkbeschwerden können dagegen länger anhalten. Schwerere Verläufe mit neurologischen Symptomen seien möglich, aber die Ausnahme.
In Nordeuropa ist das Krankheitsbild schon länger bekannt und trägt Bezeichnungen wie Ockelbo-Krankheit in Schweden oder Pogosta-Krankheit in Finnland.
Das RKI appelliert an Ärzte, während der Mückensaison bei Patientinnen und Patienten verstärkt an Arboviren wie Sindbis zu denken. Gerade bei Menschen mit Fieber, Hautausschlag und ausgeprägten Gelenkschmerzen sollte eine entsprechende virologische Diagnostik erfolgen.
Wenn Tests auf Dengue- oder Chikungunya-Fieber negativ sind, die ähnliche Symptome zeigen, sollten also auch Sindbis-Viren in Betracht gezogen werden.
Dieses Thema im Programm: BR24 Radio | Nachrichten | 02.10.2026 |13:05 Uhr