Wahlparty in Berlin: Linken-Politiker Kocak distanziert sich von Remmo

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Die Remmo-Familie ist für viele Verbrechen verantwortlich. Nach der Wahl in Berlin tauchte ein Familienmitglied auf der Linken-Wahlparty auf. Auch Chats des Bundestagsabgeordneten Kocak sorgen für Kritik. Nun distanzierte er sich.

Nach Wahlparty in Berlin Linken-Politiker Kocak distanziert sich von Remmo Stand: 22.09.2026 • 10:55 Uhr

Die Remmo-Familie ist für viele Verbrechen verantwortlich. Nach der Wahl in Berlin tauchte ein Familienmitglied auf der Linken-Wahlparty auf. Auch Chats des Bundestagsabgeordneten Kocak sorgen für Kritik. Nun distanzierte er sich.

Der Neuköllner Linke-Bundestagsabgeordnete Ferat Kocak will sich nach Diskussionen um seine Person und Kontakte zu Mitgliedern der Remmo-Familie "zurückziehen" und sich "die Zeit nehmen, um jeden Zweifel auszuräumen". Das schrieb er am Montagabend auf Instagram. In Absprache mit seinem Team wolle er sein Kommunikationsverhalten aufarbeiten und "volle Transparenz" herstellen. Am Sonntag war bei einer Wahlparty der Linken in Neukölln ein führendes Mitglied der Remmo-Famile aufgetaucht. Die Linke in Berlin-Neukölln betonte anschließend, dass es weder politische noch persönliche Beziehungen zu der Person gebe. "Uns war die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt, sie steht nicht auf unserer Anmeldeliste." Später kursierte am Montag der Screenshot eines Chatverlaufs zwischen Kocak und einem weiterem Mitglied der Remmo-Familie. In diesem schrieb Kocak "Grüße mit Respekt zurück an deinen Vater" und bat, eine Rede von ihm zu verbreiten.

Die Remmo-Großfamilie kam in den 1980er Jahren aus dem Libanon nach Berlin. Zu der Familie mit inzwischen mehreren Generationen sollen einige Hundert Menschen gehören. Vor allem junge Männer aus der Großfamilie wurden im Zusammenhang mit zahlreichen Verbrechen und Gewalttaten als Verdächtige gefasst und verurteilt. Oft machten sie Schlagzeilen - etwa nach dem Diebstahl einer riesigen Goldmünze aus einem Berliner Museum.

"Die Berichte über Chatverläufe zwischen mir und Firas Remmo haben die Öffentlichkeit verunsichert. Zu Recht: Kontakte von Mandatsträgern zu Personen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden, sind durch nichts zu rechtfertigen. Ich verstehe, dass schon der Anschein solcher Nähe lückenlos ausgeräumt werden muss", schrieb Kocak weiter. Er betonte, "jede Woche mit Hunderten Menschen aus Neukölln" zu kommunizieren. "Im Zuge dessen hat sich auch Herr Remmo gemeldet. (...) ich habe mit ihm geschrieben, wie mit jedem anderen Neuköllner auch, und seinen Vater mit Höflichkeit zurückgegrüßt." Zu diesem Zeitpunkt hätte er keine Kenntnis davon gehabt, um wen es sich handele. "Das wurde mir erst kurz danach bekannt. Dass ich ihm danach schrieb, wie ich es üblicherweise mit vielen Leuten tue, wenn ich Reden veröffentliche, war ein Fehler, für den ich um Entschuldigung bitte."

Kocak war seit 2021 vier Jahre lang Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und wechselte dann 2025 in den Bundestag. Er gewann damals das Direktmandat in Neukölln - und ist damit der erste Politiker der Linken, der einen Wahlkreis außerhalb der ehemaligen DDR gewann.

Sendung: rbb|24, 22.09.2026, 09:40 Uhr Audio: rbb|24, 22.09.2026, Tilman Büttenbender

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https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/linken-politiker-kocak-remmo-100.html
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