Wieder Tote bei russischen Angriffen auf zivile Infrastruktur in der Ukraine
Zivile Infrastruktur getroffen Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine Stand: 23.09.2026 • 16:19 Uhr
Russland hat die Ukraine in der Nacht mit neuen Angriffen überzogen. Landesweit starben mehre Menschen, Dutzende wurden verletzt. Polen meldete eine erneute Verletzung seines Luftraums durch einen russischen Militärhubschrauber.
Bei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind mindestens zwei Menschen getötet und 22 weitere verletzt worden. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge trafen die Drohnen ein neunstöckiges Gewerbegebäude, ein Geschäftszentrum und Lagerhallen. Zudem wurden zwei Tankstellen beschädigt.
Auch die Infrastruktur der Eisenbahn wurde demnach getroffen. Dabei wurde ein Mitarbeiter verletzt. Die EU-Botschafterin in der Ukraine, Katarina Mathernova, teilte in den sozialen Medien mit, dass Gebäude in der Nähe der EU-Vertretung in Brand geraten seien.
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Russland attackierte einmal mehr auch Sumy im Nordosten der Ukraine. In der Stadt habe es Einschläge an vier Orten gegeben, teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow mit. Getroffen wurden demnach eine Wohngegend und zivile Infrastruktur. Es gebe einen Verletzten.
In Charkiw im Osten der Ukraine kam bei Angriffen am Dienstagabend laut Bürgermeister Ihor Terechow ein Mensch ums Leben, weitere wurden demnach verletzt. In der Stadt Isjum im Gebiet Charkiw wurden nach Behördenangaben bei Attacken acht Menschen verletzt. Infolge des Beschusses kam es in mehreren Stadtteilen demnach zu Stromausfällen. Im südostukrainischen Gebiet Saporischschja wurde nach Angaben von Militärgouverneur Mychajlo Semikin ein Mensch in der Siedlung Kuschuhum getötet. Zwei weitere seien bei einem Einschlag in ein Einkaufszentrum in Saporischschja verletzt worden.
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In der Region Odessa am Schwarzen Meer griff Russland nach Angaben von Gouverneur Oleh Kiper ein Handelsschiff unter der Flagge von Antigua und Barbuda an. Dabei sei der ukrainische Kapitän des Schiffes getötet worden. Die restliche Besatzung wurde demnach evakuiert und ein Brand gelöscht. Außerdem seien Lagerräume für Medikamente, Haushaltswaren und Lebensmittel zweimal hintereinander angegriffen worden.
Das Verteidigungsministerium in Moskau gab an, in Kiew und dem Umland einen Lagerraum für Teile zur Drohnenherstellung und einen Rüstungsbetrieb attackiert zu haben. In Odessa habe Moskau drei Logistikzentren mit Militärgütern und Gütern mit doppeltem Verwendungszweck für die ukrainischen Streitkräfte angegriffen, hieß es. In der Region sei außerdem ein Lager für Drohnenbauteile ins Visier genommen worden.
Das Ministerium bestätigte auch einen Angriff auf ein Schiff. Es soll Militärgüter nach Odessa transportiert haben, hieß es zur Begründung. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
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NATO-Partner Polen meldete unterdessen eine erneute Verletzung seines Luftraums durch Russland. Ein russischer Militärhubschrauber sei aus Richtung der russischen Exklave Kaliningrad gekommen und nördlich des Ortes Braniewo in den polnischen Luftraum eingedrungen, teilte das Oberkommando der polnischen Armee mit. Der Vorfall habe 42 Sekunden gedauert. Polen ließ Kampfjets aufsteigen und versetzte die Flugabwehr in Bereitschaft. "Die Art des Vorfalls deutet darauf hin, dass Russland erneut die Einsatzbereitschaft unserer Luftverteidigung testet", hieß es in der Mitteilung.
Das EU- und NATO-Land Polen teilt mit dem zu Russland gehörenden Gebiet Kaliningrad eine 232 Kilometer lange Grenze. In Polen und den baltischen Staaten gibt es Befürchtungen, dass Russland wegen seiner Probleme im Ukraine-Krieg Provokationen gegen NATO-Gebiet unternehmen könnte. Zuletzt hatte es mehrmals Drohnenangriffe auf Ziele in der Westukraine unweit der Grenze zu Polen gegeben. Auch ein Passagierzug von Kiew nach Warschau wurde dort angegriffen.
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj befindet sich aktuell in New York. Am Rande der UN-Vollversammlung traf er sich mit US-Präsident Donald Trump. Dabei sprachen sie über einen möglichen gegenseitigen Verzicht der Ukraine und Russlands auf Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Zudem bat Selenskyj erneut um zusätzliche US-Patriot-Flugabwehrraketen, um das Stromnetz vor einer erwarteten russischen Winteroffensive zu schützen.
Vereinbarungen seien jedoch nicht getroffen worden, sagte Selenskyj. Er betonte, er sei zu jedem Format eines Waffenstillstands im Energiebereich bereit, solange Russland seine Angriffe einstelle. Der Kreml erklärte am Mittwoch dagegen, es gebe weiterhin keine Grundlage für Friedensgespräche.
Dieses Thema im Programm: NDR Info | Nachrichten | 23.09.2026 | 14:10 UhrDas Erste | tagesschau | 23.09.2026 | 20:00 Uhr
