Zwischenrufe im Bundestag - Linken-Abgeordnete muss 2.000 Euro zahlen
Zwischenrufe im Bundestag Linken-Abgeordnete muss 2.000 Euro Strafe zahlen Stand: 11.09.2026 • 19:41 Uhr
Für Zwischenrufe hat die Abgeordnete Köktürk drei Ordnungsrufe kassiert. Genug, um nach der neuen Geschäftsordnung des Bundestages eine Geldstrafe zu bekommen. Köktürk ist die erste, die zahlen muss.
Als erste Bundestagsabgeordnete muss die Linken-Politikerin Cansin Köktürk ein Ordnungsgeld von 2.000 Euro bezahlen. Sie hatte wiederholt in Debatten dazwischengerufen und war dafür zur Ordnung gerufen worden.
Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) wandte damit in der Haushaltsdebatte die neue, verschärfte Geschäftsordnung an. Danach kann gegen Abgeordnete ein Ordnungsgeld von 2.000 Euro verhängt werden, wenn sie innerhalb von drei Sitzungswochen drei Ordnungsrufe erhalten. Bei Wiederholung droht sogar eine Strafe von 4.000 Euro.
Jüngster Anlass für einen Ordnungsruf gegen Köktürk war ein Kommentar während der Redezeit der AfD in der Haushaltsdebatte. AfD-Politiker René Springer hatte Asylsuchenden vorgeworfen, den Sozialstaat zu missbrauchen. Köktürk rief dazwischen: "Das ist rassistische Scheiße!"
Es war nicht das erste Mal, dass die Politikerin im Bundestag für Aufsehen sorgte. mehr
Nach einer ersten Ermahnung und weiteren Zwischenrufen erteilte Lindholz ihr den ersten Ordnungsruf. Daraufhin rief die sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion in Richtung der Vizepräsidentin: "Jetzt schützen Sie die Faschisten!" Dafür kassierte sie den zweiten Ordnungsruf. Daraufhin verließ Köktürk unter weiteren Zwischenrufen und Protest den Saal.
Damit war die Linken-Abgeordnete innerhalb von drei Sitzungswochen zum dritten Mal zur Ordnung gerufen worden. Den ersten Ordnungsruf hatte sie vor der parlamentarischen Sommerpause am 25. Juni erhalten, wie ein Bundestagssprecher mitteilte. Köktürk hatte damals in einer Rede mit Blick auf die AfD gesagt: "Wissen Sie, was deshalb das eigentliche Problem ist? Die Einwanderung von gewaltbereiten Faschisten in unser demokratisches Parlament!"
Ordnungsrufe würden als Trophäen gesammelt - die meisten gingen laut einem Medienbericht an die AfD. mehr
Köktürk hatte bereits mehrfach im Bundestag für Aufsehen gesorgt - etwa als sie sich regelwidrig mit einem Palästinensertuch im Parlament fotografieren ließ. Oder als sie während einer Debatte ein T-Shirt mit der Aufschrift "Palestine" trug. Damals hatte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sie aufgefordert, den Saal zu verlassen.
Köktürk macht solche Auseinandersetzungen im Bundestag immer wieder auf Instagram zum Thema. Dort kommentiert sie die Vorfälle. Ein anderes Mal postete sie dort nach einer Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Zuwanderung ein Foto, auf dem sie ihren Mittelfinger zeigt.
Klöckner hat der Linkspartei und der AfD wiederholt vorgeworfen, den Bundestag mit gezielten Provokationen als Bühne für soziale Netzwerke zu instrumentalisieren.
Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 11.09.2026 | 18:00 Uhr


